A la recherche d'une idée de cadeau ? Offrir tout en faisant une bonne action.
WIE DIE SCHWEIZ NEUE WEGE BEIM FISCHKONSUM ENTDECKT
Die Schweiz hat kein Meer. Und trotzdem gehört Fisch längst selbstverständlich auf unsere Teller – vom Rauchlachs zum Frühstück bis zu Egli-Knusperli am See. Fisch gilt als leicht, gesund und oft als bessere Alternative zu Fleisch. Doch gerade in einem Binnenland stellt sich zunehmend die Frage: Wie kann Fischkonsum künftig transparenter und regionaler gedacht werden?
Denn während bei Gemüse, Fleisch oder Wein immer stärker auf Herkunft geachtet wird, bleibt Fisch häufig ein blinder Fleck. Rund 95 bis 97 Prozent der in der Schweiz konsumierten Fische und Meeresfrüchte werden importiert. Besonders beliebt: Lachs, Thunfisch und Crevetten – Produkte aus globalen Lieferketten und intensiver Aquakultur.
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass Fisch komplexer ist, als er lange wahrgenommen wurde.
FISCH WIRD NEU HINTERFRAGT
Fisch gilt bis heute als gesund, leicht und unkompliziert. Gleichzeitig bleiben Herkunft, Fangmethoden oder Produktionsbedingungen oft abstrakt. Genau das verändert sich gerade. Themen wie Überfischung, industrielle Aquakulturen oder lange Transportwege rücken zunehmend in den Fokus – auch weil der Fischkonsum in der Schweiz laut WWF in den letzten 25 Jahren um rund 60 Prozent gestiegen ist. Statt Verzicht geht es dabei immer stärker um die Frage, wie Fisch verantwortungsvoller produziert und konsumiert werden kann.
AUCH SCHWEIZER SEEN HABEN GRENZEN
Besonders sichtbar wird dieses Spannungsfeld beim Schweizer Klassiker schlechthin: Egli-Knusperli. Denn so lokal, wie viele Speisekarten vermuten lassen, ist der Fisch oft gar nicht. Die Fangmengen aus Schweizer Seen reichen längst nicht aus, um die Nachfrage zu decken.
Gleichzeitig geraten auch lokale Gewässer zunehmend unter Druck – etwa durch steigende Wassertemperaturen oder veränderte Ökosysteme. Das zeigt: Regionalität allein löst die Frage nach verantwortungsvollem Fischkonsum noch nicht automatisch. Viel spannender wird deshalb die Frage, wie Fischkonsum künftig aussehen könnte, ohne natürliche Bestände zusätzlich zu belasten.
NEUE TECHNOLOGIEN ERÖFFNEN NEUE MÖGLICHKEITEN
Moderne Indoor-Aquakulturen oder regionale Kreislaufsysteme zeigen, dass Fischproduktion heute transparenter und näher am Konsumort möglich wird. Unternehmen wie Localfish AG entwickeln Alternativen zur importierten Standardware – ohne zusätzlichen Druck auf natürliche Fischbestände. Dabei entsteht die gesamte Wertschöpfung vom Ei beziehungsweise Muttertier bis zum fertigen Knusperli vollständig in der Schweiz.
Dabei geht es nicht darum, Aquakultur unkritisch zu betrachten. Spannend ist vielmehr, dass neue Technologien Möglichkeiten schaffen, die vor wenigen Jahren kaum denkbar waren.
Localfish produziert beispielsweise CO₂-neutralen, antibiotikafreien und mikroplastikfreien Fisch in geschlossenen Kreislaufsystemen (RAS), betrieben mit erneuerbarer Energie. Durch die kontinuierliche Wiederaufbereitung des Wassers liegt der Verbrauch bei lediglich rund einem Liter Frischwasser pro Kilogramm produziertem Fisch. Gerade der Einsatz von Antibiotika gilt in Teilen der internationalen Aquakultur seit Jahren als eines der grossen Probleme industrieller Fischproduktion.
VERANTWORTUNG BEGINNT BEI DEM, WAS SELSBTVERSTÄNDLICH WIRD
Hotels und Restaurants prägen Konsumgewohnheiten stärker, als oft angenommen wird. Was selbstverständlich auf der Karte steht, wird normalisiert. Was neu gedacht wird, ebenso.
Die spannendste Entwicklung liegt deshalb nicht im Verzicht auf Fisch. Sondern darin, dass erstmals Lösungen entstehen, die Genuss und Verantwortung glaubwürdig zusammenbringen.
Quellen:
WWF Schweiz
https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/fische-und-meeresfruechte
SWI swissinfo.ch
https://www.swissinfo.ch/ger/wissen-technik/die-problematische-vorliebe-des-binnenlands-schweiz-f%C3%BCr-fisch-und-meeresfr%C3%BCchte/48544334
Schweizerischer Fischerei-Verband
https://sfv-fsp.ch/de/projekte/aquakultur/
ZHAW Blog
https://blog.zhaw.ch/iunr/2023/03/31/fischkonsum-im-binnenland-schweiz-wie-viel-macht-sinn/
LocalFish