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Ein sattgrüner, kurz geschnittener Rasen galt lange als Zeichen einer besonders gepflegten Anlage. Für die Natur ist eine solche Fläche allerdings wenig interessant: Wo kaum unterschiedliche Pflanzen wachsen, finden auch Insekten, Vögel und andere Tiere weniger Nahrung und Lebensraum.
Ein zeitgemässer Garten darf deshalb vielfältiger sein. Blumenwiesen statt Rasen an ausgewählten Stellen, einheimische Gehölze, unterschiedliche Pflanzenarten, begrünte Dächer und natürliche Rückzugsorte schaffen Lebensräume. Das bedeutet nicht, einen Garten sich selbst zu überlassen. Entscheidend ist vielmehr, ihn bewusst anders zu gestalten und zu pflegen.
20 Hektaren, auf denen es summt und blüht
Wie das aussehen kann, zeigt The Dolder Grand. Rund 20 Hektaren Grünfläche gehören zum Areal – darunter etwa 13 Hektaren eigener Wald, eine weitläufige Parkanlage, begrünte Dächer und der Garten des Restaurant blooms.
Allein in der Parkanlage wachsen rund 50 verschiedene Pflanzenarten. Schneeball, Lavendel und Duftnessel bieten beispielsweise Nahrung für Bienen und Vögel. Einige Pflanzen verbinden Natur und Kulinarik sogar direkt miteinander: Die Früchte von Felsenbirne und Kornelkirsche landen später in der Hotelküche.
Im Garten des Restaurant blooms wachsen über 40 verschiedene Gemüse-, Kräuter-, Beeren- und Obstarten. Chemische Pflanzenschutzmittel bleiben draussen. Stattdessen helfen beispielsweise Marienkäferlarven bei der Schädlingsbekämpfung, Schafwollpellets dienen als natürlicher Dünger und bewässert wird nachts, um Wasser zu sparen.
Natur findet auch auf dem Dach Platz
Selbst rund um die Photovoltaikanlage wird Fläche für die Natur geschaffen. Dort wachsen 21 einheimische Wildblumen- und Sedum-Arten. Sie bieten zusätzlichen Lebensraum und kühlen durch Verdunstung gleichzeitig die Umgebung der Solarpanels.
Das Beispiel zeigt: Ein gepflegter Garten und Biodiversität müssen kein Widerspruch sein. Vielleicht müssen wir lediglich unsere Vorstellung von Perfektion etwas verändern. Denn ein Garten kann auch dann schön sein, wenn nicht jeder Grashalm gleich hoch ist – dafür aber mehr summt, flattert und blüht.